Jerash

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Die antike Stadt Gerasa (auch, Jarash oder Jerash) liegt im Norden Jordaniens. Sie war Teil der sogenannten Dekapolis. Die bis ins 1. nachchristliche Jahrhundert nur unbedeutende Stadt erlebte unter römischer Herrschaft und unter dem römischen Frieden einen schnellen Aufstieg.

 

Sie wurde Teil der Dekapolis und machte als Handelsstadt zunehmend dem älteren Petra Konkurrenz. Ihre Einwohner gewannen Erz in den nahen Adschlun-Bergen. Ab der Mitte des ersten Jahrhunderts führte dieser Aufschwung zu reger Bautätigkeit und einer reichen, auch heute noch beeindruckenden Fülle von Baudenkmälern. Im 2. Jahrhundert führten die römischen Expansionskriege in Asien zu einem weiteren Bedeutungsgewinn, es entstanden gut ausgebaute Straßen nach Pella, Philadelphia, Dion und zu der Provinzhauptstadt Bos(t)ra.

 

Kaiser Hadrian stattete der Stadt im Winter 129/130 einen Besuch ab. In den folgenden Jahrhunderten änderte sich die politische Situation in dieser Region grundlegend und die Stadt verlor an Bedeutung. In diese Zeit fällt auch der Aufstieg des Christentums und der Bau vieler Kirchen. Gerasa hatte einen eigenen Bischof – noch heute ist es ein Titularbistum – Bischof Placcus (oder Plancus) nahm 451 am Konzil von Chalcedon teil.

 

Nach dem Markusevangelium (Kap. 5,1) und dem Lukasevangelium (Kap. 8,26) heilt Jesus in der Gegend von Gerasa von vielen Dämonen besessene Menschen, die in Grabhöhlen lebten. Der Evangelist Matthäus (Kap. 8,28) lokalisiert die Erzählung in die Gegend von Gadara, südöstlich des See Genezareth. Die biblischen Handschriften bieten an den drei Stellen einige Varianten, u.a. das heute unbekannte Gergesa.

 
Die Baudenkmäler

Jerash zeigt den typischen römischen Baustil. Die zeigen die folgenden bekannten Baudenkmäler der alten Stadt.

 

1. Triumphbogen Hadrians

Der Triumphbogen wurde 129 nach Christus zu Ehren des Kaisers Hadrian errichtet. Er liegt außerhalb der Stadt und wirkt sowohl schlicht als auch majestätisch. Ist man durch den Triumphbogen gegangen, so blickt man auf das Hippodrom - hier kann man aufgrund der Funde von Perde- und Kamelställen auf einen Rennplatz schließen.

 

2. Ovales Forum

Sobald man die Stadt betreten hat, ist man auf dem riesigen ovalen Marktplatz angelangt. Hier fand damals das gesamte gesellschaftliche und politische Geschehen statt.

 

3. Cardo Maximus

Auf der einen Seite des Marktplatzes befindet sich die Cardo Maximus - die von Säulen gesäumte und gepflasterte Hauptstraße, welche auch als "Königsstraße" bezeichnet wird. Von den Säulen sind heute noch 500 Säulen - teilweise noch vollständig erhalten - vorhanden.

 

4. Das Nymphäum

Das Nymphäum ist eine Brunnenanlage neben der Kathedrale. Hier floß das von Statuen aufgenommene Wasser aus einem mit Löwenköpfen verzierten Becken. Mit einer Hallenkuppel im Muschelform wurde der gesamte Brunnenkomplex abgeschlossen.

 

5. Der Artemistempel

Zu Ehren der Artemis (auch bekannt als Diana, Göttin der Jagd, des Mondes, Waldes und die Hüterin der Frauen und Kinder ) wurde ein Tempel erbaut, dessen korinthische Säulen noch gut erhalten sind.

 

6. Das Nordtheater

Nicht weit vom Artemistempel entfernt findet man die Überreste des Nordtheaters, welche etwa 800 Menschen Platz bot.

 

7. Das Südtheater

Das größte und beeindruckendste Theater ist das Südtheater. Auf 32 Ränge verteilt bot es etwa 3.000 Menschen Platz. Die Ausrichtung längs der Nordwestachse verhinderte, dass das Publikum von der Sonne geblendet wurde.

 

8. Der Zeustempel
Eine weitere imposante Sehenswürdigkeit ist der Zeustempel. Es wird vermutet, dass es sich hier um einen griechischen Tempel handelt. Der Tempel befindet sich direkt neben dem Marktplatz.

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